Die Kraft der Tiermedizin
- Tamalynne Grant
- Jan 7
- 2 min read
Text von Tamalynne Grant

Januar 2026
Seit ich ein kleines Mädchen war, habe ich Tiere zutiefst geliebt. Sie haben mir stets ein Gefühl von Frieden und Zugehörigkeit gegeben und erinnern mich bis heute an die Schönheit und die stille Magie, die diese Welt in sich trägt.
In alten Kulturen spielten Tiere eine lebenswichtige Rolle für das Überleben des Menschen, sowohl auf körperlicher als auch auf spiritueller Ebene, und in vielerlei Hinsicht tun sie dies noch immer. Die moderne Welt jedoch, geprägt von ständigem Konsum, Leistungsdruck und einem schnellen, rastlosen Lebensstil, hat uns von der Erde und von den anderen Lebewesen, mit denen wir diesen Planeten teilen, entfremdet.
Kulturen wie die keltischen, germanischen und nordischen Völker wussten, dass Tiere für das Gleichgewicht und das Überleben essenziell waren. Entsprechend wurden sie mit Ehrfurcht und Respekt behandelt, nicht als Ressourcen, sondern als lebendige Wesen mit Geist, Intelligenz und Weisheit.
Tiere lehren uns, mit Integrität zu leben, unseren Instinkten zu folgen und in Beziehung zur Erde selbst zu bleiben. Jedes Tier trägt seine eigene Medizin in sich und vereint sowohl lichte als auch dunkle Aspekte. Auf diese Weise erinnern sie uns daran, dass Dualität nichts ist, wovor wir uns fürchten müssen, sondern etwas, das koexistieren darf, damit das Leben ganz bleiben kann.
Der Unterschied zwischen Fylgjas und Krafttieren
Fylgjas
Das Wort fylgja stammt vom altnordischen Verb að fylgja und bedeutet „folgen“ oder „begleiten“.Fylgjas sind spirituelle Begleiter, die uns ein Leben lang begleiten. Sie sind häufig mit einer individuellen Seele verbunden und manchmal auch mit einer Familienlinie oder einer Ahnenlinie.
Wir begegnen unseren Fylgjas im Frithgarth. Sie können sich als Tiere, Pflanzen, Gottheiten oder andere Wesen zeigen. Eine Fylgja zu erkennen bedeutet, in eine tiefere Beziehung zur eigenen inneren Kraft, zu verborgenen Fähigkeiten und zum eigenen Potenzial zu treten. Sie erscheinen nicht, um eine einzelne Lektion zu lehren, sondern um uns auf unserem Lebensweg zu begleiten.
Krafttiere
Krafttiere treten für einen bestimmten Zeitraum in unser Leben, dann, wenn ihre Medizin benötigt wird. Sie schenken uns Führung, Schutz und Lehren, die für eine bestimmte Lebensphase oder einen inneren Prozess von Bedeutung sind.
Durch sie lernen wir, einen Zyklus zu durchschreiten, uns dem zu stellen, was gesehen werden möchte, und das zu integrieren, was gewürdigt werden muss. Sobald ihre Lehren empfangen und verkörpert wurden, lassen wir sie in Dankbarkeit ziehen. Dies spiegelt die zyklische Natur des Lebens wider, in der nichts für immer festgehalten werden soll, sondern geehrt, gelernt und schließlich losgelassen wird.
Schlusswort
Die Arbeit mit Tiermedizin bedeutet nicht, Symbole oder Identitäten zu sammeln. Es geht um Beziehung. Sie lädt uns ein, langsamer zu werden, zuzuhören und der lebendigen Welt mit Demut und Respekt zu begegnen.
Ob ein Tier uns als Fylgja ein Leben lang begleitet oder als Krafttier für eine bestimmte Zeit an unserer Seite geht, jedes von ihnen trägt eine Spiegelung dessen in sich, woran wir uns gerade erinnern dürfen. Ihre Führung ist selten laut. Sie zeigt sich in Präsenz, Instinkt und stillem Wissen.
Mit tierischen Verbündeten zu gehen bedeutet, sich daran zu erinnern, dass wir nicht getrennt von der Natur existieren, sondern in ihr lebendiges, atmendes Gefüge eingewoben sind.

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